Mit dem Wedeln ist es so eine Sache: Nicht immer ist ein wedelnder Hund freundlich gestimmt. Es kommt stark auf den Gesamtkontext an.
Vor ein paar Wochen kam es unverhofft zu einer Begegnung ohne Leine von Smokey mit einem anderen Hund. Smokey war unbemerkt aus dem Garten entwischt und als ich ihn auf der Strasse unterhalb unserer Liegenschaft antraf, befand er sich gerade in einer Begegnungssituation mit einem Nachbarshund. Ich beobachtete die Situation kurz, da ich abzuschätzen versuchte, wie sich diese entwickeln könnte. Die freundliche Halterin beschwichtigte: „Alles ist gut. Sie wedeln ja beide.“ Ich erwiderte nur kurz: „Wedeln ist nicht immer ein gutes Zeichen.“ Die Zeit reichte nicht, um das im Detail auszuführen. Mein oberstes Ziel war einfach, Smokey so rasch wie möglich einzufangen, um ihn sicher nach nach Hause zu bringen. Denn Smokey ist nicht einfach im Umgang, schon gar nicht mit fremden Menschen, die sich mit Hunden nicht auskennen.
Kontext beachten
Wedeln macht eigentlich nur eine Aussage darüber, wie hoch die Erregungslage respektive die Anspannung eines Hundes ist. Was die darunterliegenden Emotionen sind, ob diese positiv oder negativer Natur sind, lässt sich nicht einfach so ablesen.
In der oben geschilderten Situation war das Wedeln von Smokey eher steif und schmal. Seine Rute war hoch gestellt und er bewegte nur die Schwanzspitze. Ansonsten stand er recht angespannt in hoher Körperstellung dem anderen Hund gegenüber. Dieser hatte ebenfalls eine hohe Körperhaltung und wedelte mit erhobener Rute, schaute deutlich an Smokey vorbei. Leider konnte ich das Geschehen nicht filmen. Gerne hätte ich es nochmals in Ruhe angeschaut und analysiert. Auf den ersten Blick sah das für mich aus, als würden beide Hunde Imponierverhalten zeigen.
Ein paar Wochen später ergab sich zu Hause folgende Situation, die ich mit der Handkamera einfangen konnte:
In diesem Filmchen zeigt sich sehr schön, wie Smokey zunächst mit erhobener Rute dasteht und beobachtet, wie Marianna mit dem Auto rückwärts die Auffahrt hochfährt. Smokey beginnt fein zu wedeln, seine Bewegungen sind anfangs noch klein. Sowohl die erhöhte Rutenposition und die anfänglich schmale Wedelbewegung sprechen für eine erhöhte Erregungslage und Anspannung. Ob positiv oder negativ lässt sich von Aussen her nicht sicher beurteilen. Meine Erwartung ist jedoch, dass es sich in diesem Fall eher um positive Gefühle handelt. Seine Körperhaltung wirkt auf mich auch nicht sehr angespannt oder steif, die Körperlinie ist gekrümmt, da er seinen Hals und Kopf etwas zur Seite neigt.
Mit der Zeit senkt Smokey die Rute und sein Wedeln wird deutlich breiter, sein Hinterteil schwingt leicht mit. Dies sind Anzeichen für ein entspannteres, freundliches Wedeln.
Interessant ist nebenbei bemerkt, wie Urmi ganz anders auf diese Situation reagiert.


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