Orientierung geben

Smokey hat einige Baustellen, unter anderem weil er als Welpe und Junghund nicht viel lernen konnte. Wie sich bereits in der Aufstellung, die wir für ihn gemacht haben, gezeigt hat, braucht er im Moment vor allem eines: Orientierung. Das heisst, meine Aufgabe ist es, Smokey mit positiver Bestärkung zu zeigen, welches Verhalten in einer bestimmten Situation angemessen oder erwünscht ist. Hilfreich in dem Zusammenhang ist, dass vor sogenanntem unerwünschten Verhalten immer erwünschtes gezeigt wird. Die Kunst ist einfach, dieses rechtzeitig einzufangen.

Beispiel: Smokey hat es sich vor ein paar Wochen angewöhnt, Zampanò zu vertreiben, sobald er auf dem Fenstersims drinnen in der Küche isst, oder gegessen hat und weggehen möchte. 

Zampanò auf dem Fenstersims

Heute Morgen früh sass Zampanò vor dem Küchenfenster und bat um Einlass zum Essen, als ich gerade mit dem Abwasch beschäftigt war. Ich liess Zampanò hinein und gab ihm etwas zu essen. Smokey blieb in dieser Zeit auf seinem Bettchen liegen. Ich gab ihm zwischendurch das Kommando Luegä, was soviel bedeutet, dass Smokey seine Aufmerksamkeit auf mich richtet und von der Katze abwendet. Ich legte in unregelmässigen Abständen Leckerlis (ranzig gewordenes Katzentrockenfutter…) ruhig auf sein Bettchen, die er auch frass. Damit wollte ich Smokey darin bestärken, dass er Zampanò zwar immer wieder in den Augen behielt, sich aber auch auf mein Kommando hin abwenden und zu mir blicken konnte.

Der heikelste Moment ist jeweils, wenn sich Zampanò nach der Mahlzeit aufrichtet, von seinen Näpfen abwendet, sich einen Moment lang hinsetzt und einen Blick in Richtung Smokey wirft, bevor er sich dann langsam in Richtung Katzentürchen bewegt und zu diesem hinausschlüpft. Irgendetwas in dieser Verhaltenskette von Zampanò provoziert Smokey und löst in ihm den Impuls aus, auf ihn loszuhechten und ihm nachzuspringen. (Der Blick?)

Heute aber blieb Smokey auf dem Bettchen liegen, schaute nur. Ich lobte ihn mit einem freudigen Fein und warf ihm ein Handvoll Gutzi hin. Ich gab ihm den „Jackpot“, wie Patricia McConnell es nennt. Denn wie Studien gezeigt haben, verfügen Hunde sehr wohl ein Gefühl für Weniger oder Mehr.

Das ist nur ein Beispiel von vielen.

Die Herausforderung ist nun, Smokey so oft wie möglich in seinen guten Entscheidungen zu bestärken. So kann er auf eine angenehme Art lernen, welches Verhalten wir von ihm wünschen.


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