Als ich den 11.5-jährigen American Staffordshire Terrier Chopper aus dem Tierheim abholte, ging alles sehr schnell. Das hatte seinen guten Grund: Chopper war im Frühsommer beschlagnahmt worden und tags zuvor hatte der Halter vom Veterinäramt den Bescheid erhalten, dass er seinen Hund nicht mehr zurückbekommt. Die Mitarbeitenden hatten Angst, dass der Halter ins Tierheim einbrechen und sich seinen Hund zurückholen würde. (Dass man einen so alten Hund seinem Besitzer wegnimmt, ist eine Geschichte für sich. In diesem Fall ist es wohl nicht leichtfertig geschehen.)
Vor allem für Chopper ging die Übergabe jedoch viel zu schnell. Zuerst wurde er von einer Mitarbeiterin in seinem Abteil in das Geschirr gezwängt. Er wehrte sich vergeblich dagegen, zum Glück ohne aggressives Verhalten. Aber vermutlich hat Chopper noch nie im Leben ein Geschirr getragen.
Kaum aus dem Tierheim, schoss die freiwillige Helferin ein Abschiedsfoto von Chopper mit mir am anderen Ende der Leine. Die Fotos sprechen Bände: Chopper zeigt deutliches Unbehagen und Meideverhalten, was auch wenig verwunderlich ist. Er kannte mich ja kaum. Ich war ihm im Sommer einmal kurz begegnet. Und damals war erst noch Smokey dabei, der sich gegenüber Chopper im Zwinger nicht gerade freundlich verhielt.

Ich nehme solche Warnzeichen wie Meideverhalten oder sichtbares Unbehagen sehr ernst. Wie gesagt, Chopper zeigte keinerlei aggressives Verhalten. Aber, das könnte irgendwann einmal umschlagen, wenn es ihm einfach zu viel wird, weil er zum Beispiel Schmerzen hat oder so.



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