
Mein erster Hund kam erst 2010 in mein Leben: Ranja, eine Boxer-Labradormischlingsdame aus der Tierheim Basel. Ich hatte sie kennengelernt, als ich beim Tierheim als freiwillige Gassigängerin engagierte.
Ranja hatte die Hälfte ihres jungen Lebens wegen eines Rechtsstreits aufgrund einer Beschlagnahmung im Tierheim verbracht. Dort hatte sie es aber gut: Sie wurde mit anderen Hunden im Zwinger gehalten und der Hundetrainer arbeitete regelmässig mit ihr. So kam 2010 eine 16 Monate alte, gut sozialisierte Hündin mit recht guter Grundgehorsam zu uns. Zwar hatte Ranja auch ihre Ängste und Macken, aus gesellschaftlicher Sicht war ihr Verhalten jedoch weitgehend unproblematisch. Ranja verstarb auf tragische Weise am 29. Februar 2016: Sie erstickte an einem Knochen. (Seitdem sind wir noch vorsichtiger im Umgang mit Knochen.)

Einen ganz anderen Start ins Leben hatte mein zweiter Hund Milo. Der American Staffordshire Terrier stammte aus dem Drogenmilieu und wurde mehrmals beschlagnahmt, weil er ohne Aufsicht in der Stadt unterwegs war. Im Tierheim in St. Gallen hatte man nicht mit ihm gearbeitet und auch nicht zu anderen Hunden gelassen, darum hatte er Sozialisierungsdefizite. Kam hinzu, dass er wegen seiner Rasse immer wieder mit grossen Vorurteilen konfrontiert war. Dabei ist Milo war ein sensibler, liebenswerter, besorgter, neugieriger und witziger Hund. Aber er hatte ein sehr dünnes Fell, was hohe Anforderungen an den Umgang mit ihm stellte.
Am 21. Dezember 2022 passierte das Unfassbare: Milos Herz versagte unerwartet und er verliess uns mit nur 9 Jahren. Er war ein grossartiger Lehrmeister in Sachen achtsamer Umgang mit Hunden, Menschen und ihren Ressourcen.
Um die Lücke zu füllen, und einem anderen Tierschutzhund eine Chance auf ein möglichst gutes Leben zu geben, holten wir am 5. Januar 2023 Smokey, auf dem Papier ebenfalls ein American Staffordshire Terrier, aus einem Tierheim im Tessin. Seine Vorgeschichte war nochmals anspruchsvoller als jene von seinem Vorgänger Milo. Er stammt aus einer „Zucht“ aus Osteuropa und wurde am Zoll beschlagnahmt aufgrund fehlender Papiere. Wie sich herausstellte, wurde er auch mit fünf Wochen viel zu früh von seiner Mutter weggenommen. Die übliche Geschichte mit den Welpen aus Osteuropa. Und weil er keine Tollwutimpfung hatte, musste der kleine Kerl vier Monate erst einmal in Quarantäne. Smokey war dann kurz bei einer Familie, die ihn aber nach kurzer Zeit wieder zurück ins Tierheim brachte.
Smokey ist nochmals ein anderes Kaliber in Sachen Lehrmeister. Er ist sehr schnell auf einem sehr hohen Erregungsniveau und konnte sich lange Zeit nicht entspannen. Er hat grosse Mühe mit fremden Menschen und zeigt aggressives Verhalten, vor allem dem Pöstler gegenüber.
Im Oktober 2023 kam Urmi zu uns. Die American Bully Hündin ist so ungefähr das Gegenteil von Smokey: Sie ist ruhig, duldsam und kommt in der Regel sehr gut mit fremden Menschen und Hunden aus. Sie ist eine grossartige Freundin und grosse Stütze für Smokey. Dank ihrer Wesensart ist sie zwei bis drei Tage die Woche bei meiner Lebenspartnerin als Schulhund tätig.

